Zehn Sekunden

Keine Gechichte aus meinem Garten, aber trotzdem eine mit viel Grün: in erster Linie von solchem, das auf dem Boden liegt. Und zwar in Duisburg-Obermeiderich, wo ich meine Brötchen zu verdienen pflege. Da gab’s gestern nämlich die zweitheftigste Rückmeldung von Mutter Natur, der beizuwohnen ich je das (zweifelhafte) Vergnügen hatte (bevor Sie fragen: mein diesbezüglich eindrucksvollstes Erlebnis war ein Erdbeben in der Türkei während ich am Strand lag).
Gestern Vormittag nämlich saß ich nichts ahnend im Büro, und es wurde dunkel. Okay, Gewitter im Anmarsch, können wir gebrauchen, ist eh seit Monaten viel zu trocken. Was sich dann allerdings abspielte kannte ich so noch nicht: Während vielleicht zehn Sekunden brachen ein paar Windböen über uns herein, dass ich einen Moment dachte, ich stünde in einem Tornado. Sicht: fünf Meter, stockdunkel, brüllend laut, ziemlich beämgstigend.
Genauso schnell wie der Spuk kam, war er auch wieder vorbei; der Effekt des „Sturmanfalls“ indes war ziemlich spektakulär: Eine ganze Reihe von umgestürzten Bäumen blockierte die Straße bis in die frühen Abendstunden, insgesamt sieben Autos haben nur noch Schrottwert (mein gut 16 Jahre alter Golf hat auch ne Beule mehr, aber die ist eine Schadensmeldung bei der Versicherung eindeutig nicht wert). Personenschäden gab’s zum Glück keine.
Selbstverständlich war der Einzige, der die ganze Sache mit einem leichten Grinsen hingenommen hat – ich. Meinem Brennholzvorrat nämlich hat das Unwetter ziemlich gut getan. Diesbezüglich ist auch noch keine Ende abzusehen, denn ein großer Baum bei uns auf dem Grundstück ist der Länge nach gespalten und muss kurzfristig fallen. Des einen Leid, des anderen Freud…

Eine Antwort auf „Zehn Sekunden“

  1. Mein größter Horror im Garten! Bei Kyrill stand ich fast die ganze Nacht im Treppenhaus, sah in die Baumwipfel und wartete eigentlich nur darauf, dass ich irgendwann 'Baum fällt!' hätte schreien können. Bis jetzt Glück gehabt. In der Nacht schrägte es nur Nachbars viel kleinere Fichte, die ohne nennenswerte Schäden sich einfach mal längs der Grenze zu Boden legte und ein paar Blumenpötte mit sich riß.
    Und auch irgendwann viel früher hatten wir das Glück, dass eine bereits tote Fichte kurz vor dem Glastisch zu Boden krachte und kaum etwas unter ihr litt. Bei uns sind solche Stämme noch immer eher nützliche & natürliche 'Insektenhotels'…

    Da zeigt sich doch mal wieder, wie gut es ist, wenn man alte Autos fährt – eine Beule mehr und kein Ärger mit der Versicherung 😉
    LG Silke

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